Restschuldversicherung
Sinn einer Restschuldversicherung
Mit einer Restschuldversicherung sichert ein Kreditnehmer sowohl sich im Fall von Krankheit oder Arbeitslosigkeit als auch - falls er verstirbt - seine Hinterbliebenen ab. Einige Kreditgeber fordern eine Restschuldversicherung als zusätzliche Kreditsicherheit. Vielfach ist sie jedoch nicht vorgeschrieben, kann aber durchaus dazu beitragen, die Kreditvergabe zu vereinfachen.

In Verbindung mit der Kreditaufnahme schließt der Kreditnehmer eine besondere Lebensversicherung ab. Diese übernimmt nicht nur bei seinem vorzeitigen Ableben die noch verbleibende Restschuld aus dem aufgenommenen Darlehen, sondern zahlt die Raten für ein solches auch dann, wenn Krankheit oder Arbeitslosigkeit eintreten. Allerdings ist der Leistungsumfang nicht bei allen Restschuldversicherern gleich und beinhaltet nicht unbedingt eine Absicherung gegen Arbeitslosigkeit. Hier lohnt sich gerade heutzutage ein Vergleich. Somit ist die Restschuldversicherung - falls keine anderen Absicherungen gegeben sind - eine empfehlenswerte Möglichkeit für Familien, die unnötige Risiken vermeiden wollen. Jährlich werden in Deutschland über 1 Million Kredit- bzw. Restschuldversicherungen abgeschlossen.
Verlauf einer Restschuldversicherung
Bereits in den 50er Jahren wurde die Restschuldversicherung in den USA verbreitet und fand schon in den 60er Jahren auch in Deutschland Anklang. Es ist üblich, gegen Entrichtung eines Einmalbetrages eine sinkende Versicherungssumme (welche jeweils dem Restbetrag des Darlehens entspricht) über die komplette Laufzeit des Kreditvertrages abzusichern. Dies hat den Vorteil, dass die Restschuldversicherung mit finanziert wird und in den monatlichen Ratenzahlungen für den Kredit enthalten ist. Inzwischen ist es allerdings auch möglich, monatlich die aktuelle Restschuld zu ermitteln und entsprechend die Beiträge für die Restschuld zu berechnen.
Kommt es zu einem Versicherungsfall, übernimmt die Restschuldversicherung die Restzahlung des Kredites bzw. die Zahlung der jeweiligen monatlichen Zins- und Tilgungsraten. Alle noch zu leistenden Raten werden im Todesfall auf einmal übernommen.
Kosten
Eine Restschuldversicherung ist nicht gerade günstig. Vor Abschluss sollte der Kreditnehmer unbedingt die Rückzahlungsraten errechnen lassen, die mit bzw. ohne Abschluss einer solchen Versicherung zu leisten wären. Einige Kreditinstitute verlangen bis zu 30 Prozent der Kreditsumme als Prämie (natürlich verteilt auf die einzelnen monatlichen Raten). Dies verteuert die Finanzierung erheblich und zwingt den Kreditnehmer zu einer höheren Darlehensaufnahme als ursprünglich benötigt. Schreibt der Kreditgeber die Restschuldversicherung vor bzw. ist sie Vertragsbestandteil, so muss sie kostenmäßig im Effektivzins erfasst sein. Dies entspricht deutschem Recht nach § 6 Abs. 3 Nr. 5 der Preisangabenverordnung.
Nachteile bzw. Vorsicht
Der Kreditnehmer tritt alle Ansprüche an die Versicherung an den Kreditgeber ab. Selbstverständlich kann auch eine bereits vorhandene Lebensversicherung als Sicherheit akzeptiert werden. Dies ist ratsam, denn viele Banken arbeiten nur mit einem speziellen Versicherungsunternehmen zusammen. Für den Abschluss einer "neuen" Versicherung erhalten die Banken von ihren Vertragspartnern bemerkenswerte Provisionen. Wachsen den Kreditnehmern bestehende Kredite über den Kopf, wird ihnen häufig geraten, einen neuen Kredit zur Ablösung bestehender Schulden aufzunehmen und dabei eine Restschuldversicherung abzuschließen. Natürlich entstehen dabei auch wieder neue Kosten, die wiederum in den neuen Kredit einfließen. Kein Wunder, dass es dann auf Dauer zur Überschuldung kommen kann. Es ist empfehlenswert, wenn möglich einen Zeugen zur Kreditverhandlung mitzunehmen, um später die Beweislage zu erleichtern.
Die Beiträge zur Restschuldversicherung liegen erheblich höher als bei adäquaten Risikoversicherungen, wenn sie keine Überschussbeteiligungen beinhalten. Vorteilhaft ist jedoch, dass für eine Restschuldversicherung keine Gesundheitsprüfung erforderlich ist, so dass Kreditanträge einfacher und schneller abgewickelt werden können. Kommt es jedoch zu einem Todesfall aufgrund einer bei Vertragsabschluss bereits bestehenden Vorerkrankung, werden keine Leistungen fällig.
Kündigung
Eine Restschuldversicherung wird häufig in Verbindung mit einer Baufinanzierung abgeschlossen. Sie kann unabhängig vom Kreditvertrag gekündigt werden, woraus die Erstattung von Teilen der gezahlten Einmalprämie - allerdings meist mit erheblichen Verlusten - folgert.
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