Dread Disease Versicherung

Etwa 25 Prozent der Erwerbstätigen werden vor Rentenbeginn infolge von Krankheit oder Unfall berufs- bzw. erwerbsunfähig. Gegen Unfallfolgen haben sich viele abgesichert, doch kommt es zu einer schweren Erkrankung, sind finanzielle Probleme nahezu vorprogrammiert.

Dread Disease Versicherungen

Dies ist einer der Gründe, weshalb die so genannte Dread Disease Versicherung hierzulande immer mehr an Bedeutung gewinnt, denn sie ist eine Versicherung der Arbeitskraft. Diese Versicherungsvariante kommt aus dem anglo-amerikanischen Raum, wird aber inzwischen auch von deutschen Versicherungsunternehmen angeboten.
Obwohl der Begriff Dread Disease eigentlich ‚gefürchtete Krankheit' bedeutet, tritt eine solche Versicherung nicht nur bei schweren Krankheiten ein, sondern deckt auch Unfallfolgen wie Lähmungen, Blindheit, Taubheit und Sprachverlust ab. Zu den schweren Erkrankungen gehören Krebs, Herzinfarkt, Multiple Sklerose, Schlaganfall oder schwere Verbrennungen. Die Erkrankungen werden im Vertrag benannt und können ggf. erweitert werden. Die Beitragsprämien errechnen sich anhand der Anzahl der versicherten Krankheiten, der Leistungshöhe, Anzahl der versicherten Personen (evtl. Kinder, Ehepartner), Nachversicherungsgarantien, lebenslanger Versicherungsschutz, um nur einige Konditionen zu nennen. Zu den weiteren Vertragsbestandteilen gehören die Angaben zu Karenz- und Wartezeiten sowie ggf. Dynamik. Die Tarife einiger Anbieter beinhalten lediglich eine Risikoabsicherung, andere wiederum werden kombiniert mit einer investmentgebundenen Überschussverwendung zzgl. Schlusszahlung, so dass man ohne Eintreten des Versicherungsfalls zum Vertragsende zumindest einen kleinen Betrag erhält. Die vereinbarte Versicherungssumme wird bei Diagnosestellung ausgezahlt und nicht erst dann, wenn feststeht, ob es zu bleibenden Schäden gekommen ist.

Unterschiedliche Berufe bringen auch verschieden hohe Risiken mit, denn die Gefahr, den eigentlichen Beruf infolge von Unfall oder berufsbedingter Krankheit nicht mehr ausüben zu können, ist bei vorwiegend körperlich arbeitenden Menschen größer als bei Personen mit administrativem Tätigkeitsfeld. Eine schwere Krankheit tritt jedoch unabhängig vom Beruf auf. Zwar ist manche davon heutzutage heilbar oder kann in Schach gehalten werden, doch daraus folgert, dass eventuelle Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung nur zeitlich begrenzt gezahlt werden. Einige Erkrankungen führen zu einer vorübergehenden Erwerbsunfähigkeit und nach der Rekonvaleszenz muss wieder eine - ggf. sogar andere - berufliche Tätigkeit aufgenommen werden. Dadurch kommt es oft zu finanziellen Einbußen, da im ‚Ersatzberuf' weniger Entgelt gezahlt wird oder weil kostspielige Umbauten in der Wohnung oder im Haus erforderlich sind, um den Alltag zu bewältigen. Die Dread Disease Versicherung zahlt bereits bei Eintritt der Krankheit, so dass es zu finanziellen Beeinträchtigungen nicht kommt. Die Zahlung erfolgt als steuerfreie Einmalzahlung und nicht als monatliche Rente (im Gegensatz zur Berufsunfähigkeitsversicherung). Je nach vereinbarter Versicherungssumme ermöglicht diese Versicherungsvariante es Unternehmern, Freiberuflern oder Selbständigen, beruflich kürzer zu treten. Übrigens können auch Betriebe wichtige Mitarbeiter auf diesem Wege absichern und sich so zumindest die finanzielle Handlungsfähigkeit bewahren.

Doch trotz allen augenscheinlichen Vorteilen hat die Dread Disease Versicherung auch Schwachstellen. So sind nur bestimmte Erkrankungen und diese auch nur entsprechend ihrer Schwere abgedeckt - doch viele Berufsunfähigkeiten beruhen auf psychischen Krankheiten, Erkrankungen von Gelenken / Venen / Arterien oder Rückenproblemen, was nicht versichert wird. Auch schleichende Krankheiten werden nicht berücksichtigt.

Eine Dread Disease Versicherung kann also eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht ersetzen, sondern bestenfalls sinnvoll ergänzen, da beide Varianten unterschiedliche Risiken absichern - und vorausgesetzt, man kann es sich leisten. Für Angehörige bestimmter Berufsgruppen, die zu den Risikoberufen zählen, ist dies eine Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung, da sie dort nicht versichert werden.

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