Ausbildungsversicherung
Kinder sind teuer - das wissen Eltern nur zu gut, denn das meiste Geld wird für den Nachwuchs verbraucht. Verbraucherzentralen schätzen sogar, dass je Kind bis zum Abschluss seiner Ausbildung Aufwendungen zu erbringen sind, deren Wert in der Höhe einem Einfamilienhaus gleichkommt. Die anfänglichen Kosten entstehen für die Anschaffung von Kinderzimmereinrichtung, Kleidung, Spielzeug, Kinderwagen/Buggy/Autositz sowie für Urlaub und Kindergartenbeiträge. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass in Deutschland immer weniger Kinder geboren werden, denn als Familie gelangt man schnell an finanzielle Grenzen. Doppelverdiener ohne Kinder oder mit nur einem Kind hingegen haben nicht nur 2 Einkommen zur Verfügung, sondern werden später auch 2 Renten erhalten.
Sparen und Rendite

Wer nun seinem Sprössling zumindest eine gute Ausbildung zukommen lassen will, die das Fundament für eine sichere Zukunft bildet, muss dafür beizeiten Geld zurücklegen bzw. in regelmäßigen Abständen Teilbeträge sparen. Eine Ausbildungsversicherung garantiert die Ausbildung des Kindes. Je nach Anlageform summiert sich aus diesen kleinen Beträgen mit Zins und Zinseszins sowie ggf. Kurs- und Dividendengewinnen im Laufe der Jahre ein ansehnlicher Betrag, dessen Rendite jedoch meist niedriger liegt als bei einer normalen Kapitallebensversicherung.
Pauschal lässt sich feststellen, dass für das Studium des Kindes mit Kosten von etwa 35.000 bis 60.000 Euro gerechnet werden muss. Würde man das monatliche Kindergeld in einen Banksparplan einzahlen, wäre nach 15 Jahren ein Betrag von 38.000 Euro erspart. Doch nicht jede Familie kann auf das Kindergeld gänzlich verzichten - also muss zunächst festgestellt werden, welcher Betrag erübrigt werden kann. Nun muss eine geeignete Anlageform gefunden werden, doch die Angebote der einzelnen Gesellschaften sind auf Anhieb nur schlecht zu vergleichen, denn die Höhe der Rendite zum Auszahlungszeitpunkt ist meist nicht ersichtlich. Oft werden variable Zinssätze in Kombination Prämien, deren Höhe sich mit den Jahren steigert, offeriert. Die Vorsorge für die Ausbildung ist eigentlich weniger ein Versicherungs- als ein Anlageproblem.
Vor- und Nachteile der Ausbildungsversicherung
Die Ausbildungsversicherung ist eine kleine Kapitallebensversicherung in Kombination mit einer Geldsparanlage, welche später die Kosten einer Ausbildung abdeckt. Stirbt jedoch der versicherte Elternteil während der Laufzeit der Ausbildungsversicherung, müssen keine Beiträge mehr entrichtet werden. Dennoch wird zum vereinbarten Termin die volle Leistung inklusive Überschussbeteiligung an das Kind ausgezahlt. Verstirbt das Kind, wird das Geld an einen Begünstigten ausgezahlt. Die Höhe der Überschussbeteiligung richtet sich dabei nach den Gewinnen der Versicherung. Andere Anlageformen als die Ausbildungsversicherung bringen nahezu immer eine höhere Rendite. Dies liegt auch daran, dass Teile der Beitragsprämien für Provisionen, Vertragsverwaltung und zu bildende Rücklagen verplant werden.
Bei Abschluss einer Ausbildungsversicherung können zusätzlich eine finanzielle Absicherung bei Unfalltod sowie Berufsunfähigkeit berücksichtigt werden. Die Beitragsprämien richten sich nach Alter und gesundheitlicher Verfassung des Versicherten. Der Fälligkeitstermin wird so gelegt, dass die Versicherungssumme zu Beginn eines Studiums oder einer etwaigen anderen Berufsausbildung fällig wird. Wird das Geld allerdings vor dem festgelegten Ablauftermin benötigt, werden normalerweise Abschläge von der vereinbarten Versicherungssumme erhoben. Braucht man das Geld erst später als vereinbart, kann man vorübergehend eine entsprechende Anlagemöglichkeit aussuchen. Hier bieten sich sowohl Tagesgeldkonten als auch Festgeldanlagen von ein, zwei oder drei Jahren an.
Wichtige Aspekte
Da Eltern nur über einen begrenzten Sparerfreibetrag verfügen, schließen sie die Geldanlage auf den Namen des Kindes ab. Da Kinder im Normalfall kein Einkommen haben, kann eine Nichtveranlagungsbescheinigung geltend gemacht werden. Sogar bei Überschreiten des Sparerfreibetrages wird dann kein Zinsabschlag an das Finanzamt abgeführt.
Für 2007 gilt (noch), dass pro Kind Zinsen und Dividenden in Höhe von 8.501 € steuerfrei sind. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass bei einem Einkommen - und als dieses gilt es - von mehr als 350 € monatlich die beitragsfreie Mitgliedschaft als Familienangehöriger in der gesetzlichen Krankenversicherung der Eltern problematisch wird.
Fazit:
Grundsätzlich ist statt einer Ausbildungsversicherung eher der Abschluss einer Risikolebensversicherung zu empfehlen, die es bereits zu besonders günstigen Beitragsprämien gibt. Das restliche Geld kann langfristig in Form von Fondsparplänen, festverzinslichen Wertpapieren wie beispielsweise Schatzbriefen oder auch in offenen Immobilienfonds angespart werden. Von der Kündigung einer vorhandenen Ausbildungsversicherung ist allerdings abzuraten, denn wie bei allen Lebensversicherungen verliert man ansonsten zu viel Geld - besser ist es, sie ggf. beitragsfrei zu stellen.
Weitere Artikel in der Rubrik Risikovorsorge
- Entscheidung gegen die Familienversicherung
- Wie schützt die Kapitallebensversicherung?
- Dread Disease Versicherung
- Bauherren-Haftpflichtversicherung
- Restschuldversicherung
- Risikolebensversicherung - Gründe und Vergleich
- Unfallversicherung - Leistungen und Übersicht
- Rechtsschutzversicherung - Rechtsschutz
- Berufsunfähigkeitsversicherung
- Private Haftpflichtversicherung