Tagesgeld - Tagesgeldkonto
Das traditionelle Sparbuch hat weitestgehend ausgedient, denn längst bieten andere Anlageformen, auch kurzfristig verfügbar, eine wesentlich attraktivere Verzinsung. Dazu zählt das Tagesgeldkonto, welches schnell eröffnet ist und quasi Guthabenverfügungen stets zulässt. Unter den Bezeichnungen Zinskonto, Cash-, Extra- oder Powerkonto ist es außerdem bekannt. Momentan steigt der Zinssatz für Tagesgeldkonten und liegt durchschnittlich bei etwa 2 bis 4 Prozent.

Dieser Marktbereich ist heiß umkämpft, denn der Wettbewerb ist hart und die Wechselrate der Kunden liegt hoch. Neueinsteiger können von besonders guten Zinssätzen profitieren, wenn auch meist nur für einen bestimmten Zeitraum und für eine begrenzte Summe.
Die Einrichtung eines Tagesgeldkontos ist meist recht problemlos, denn es wird nur der Personalausweis zur Identifikation benötigt. Diese Form der Geldanlage ist außerdem als risikolos anzusehen, denn die Sparanlagen nahezu aller Banken sind gegen Konkurs abgesichert. Gemäß Richtlinie der EU müssen nämlich alle Banken mit Sitz in der EU ihre Kundeneinlagen sichern. Allerdings differiert die Höhe der Sicherheit, mit der die Banken mit Sitz in Deutschland ihre Einlagen schützen, doch sie ist bis zu 100 % möglich.
Tagesgeldkonten sind meist nicht an eine bestimmte Mindesteinlage gebunden. Doch neben dem Zinssatz unterscheiden sich die Anbieter auch in diesem Punkt. Bei einigen orientiert sich der Zinssatz nämlich gestaffelt an der Einlagenhöhe. Andererseits kann ein besonders guter Zinssatz von bis zu 6 % von bestimmten Bedingungen abhängen. Diese können darin bestehen, Investmentfondanteile zu erwerben oder ein kostenpflichtiges Wertpapierdepot einzurichten. Eine andere Variante ist das Tagesgeldkonto mit Kreditkarte. Dabei erhält man für das Tagesgeldkonto einen besonders günstigen Zinssatz, muss jedoch für die Kreditkarte ein monatliches Entgelt entrichten.
Doch das Tagesgeldkonto, dessen Mindestanlagedauer 30 Tage beträgt, bietet viele Vorteile. Es ist generell gebührenfrei und nach Ablauf der Mindestanlagedauer kann über die Einlage täglich verfügt werden. Allerdings kann es nicht wie ein Girokonto geführt werden, denn es ist nicht für den täglichen Zahlungsverkehr gedacht. Beabsichtigte Überweisungen müssen auf ein festgelegtes Referenzkonto erfolgen und Abbuchungen sind nicht möglich. Die Zinsen werden, je nach Bank, monatlich, quartalsweise oder jährlich gutgeschrieben. Da sich der Zinssatz den marktüblichen Veränderungen anpasst, kann er schwanken. Einige Finanzdienstleister bieten jedoch eine Zinsgarantie für eine vereinbarte Vertragsdauer an.
Günstige Konditionen für Tagesgeld lassen sich online recherchieren, wobei Direktbanken oft besonders gute Angebote vorweisen können.
Die für die Zinsen des Tagesgeldkontos anfallende 30prozentige Zinsabschlags-steuer wird entweder direkt an den Staat abgeführt, oder man füllt einen entsprechenden Freistellungsantrag aus. Er wird von der Bank an das Finanzamt weitergeleitet. Für Zinseinkünfte über den Freibetrag hinaus wird bei der Steuererklärung der Zinsabschlag der festgesetzten Einkommenssteuer hinzugerechnet.